11 Apr. DE, AT, IT & SVN
Seit rund neun Tagen sind wir unterwegs und inzwischen durch Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien gefahren – aktuell sind wir in Kroatien angekommen.
Unser Start zuhause war besonders: Statt eines stillen Aufbruchs wurden wir von Familie, Freunden und Nachbarn verabschiedet. Eine schöne Überraschung, mit der wir so nicht gerechnet hatten.
Trotzdem fühlt sich das Ganze noch nicht ganz real an. Wir sind zwar längst unterwegs, aber so richtig greifbar ist unser Vorhaben noch immer nicht.
Die erste Nacht bei Salzburg hatte es direkt in sich: ein sumpfiger Ziegenstall und Regen am Morgen. Unsere Regenausrüstung kam also sofort zum Einsatz. Umso dankbarer waren wir, dass Andi uns an diesem Tag spontan einen überdachten Schlafplatz neben einer Musikschule organisiert hat. Die Einladung zur Ostermesse gab es gleich mit dazu – die Kirche war nur wenige Meter entfernt.
Österreich
Spätestens an den Pässen wie Obertauern und Katschberg wurde uns bewusst, was es heißt, mit voll bepackten Rädern unterwegs zu sein. Über 40 kg Gesamtgewicht und anspruchsvolle Anstiege haben besonders zu Beginn ihren Tribut gefordert. Nicht selten wurden wir oben gefragt, ob wir mit E-Bikes unterwegs seien – sind wir nicht.
Auch die Nächte waren anfangs eine Herausforderung. Temperaturen um den Gefrierpunkt erforderten alles, was wir an warmer Kleidung dabeihaben. Mit Daunenjacken, Mützen und guten Schlafsäcken ließ es sich jedoch aushalten.
Mit jedem Kilometer Richtung Süden wurde das Wetter milder und beständiger. Gleichzeitig wächst das besondere Gefühl, einfach weiterzufahren, ohne festen Rückweg – nur mit einer klaren Richtung vor Augen.
Unterwegs durften wir bereits sehr nette Menschen kennenlernen. Ein besonderer Dank geht an Jana und Hans – vor allem für die Dusche zur richtigen Zeit.
Nicht jede Strecke war jedoch so angenehm wie erhofft. Neben vielen schönen Abschnitten gab es auch einige weniger gelungene Routenführungen: Dornenbüsche, schwer passierbare Wege, ein Bärengebiet in Slowenien und sogar ein gesperrter Grenzübergang mit Stacheldrahtzaun, den wir nur mit Vorsicht überwinden konnten. Ein besonders intensiver Tag brachte es auf 10 Stunden unterwegs, rund 1200 Höhenmeter und weniger als 40 Kilometer Strecke – deutlich mehr Aufwand als ursprünglich geplant.
Die Kombination aus schwieriger Schlafplatzsuche im Bärengebiet und einem streikenden Benzinkocher machte diesen Tag nicht einfacher. Am Ende haben wir unser Essen sorgfältig verstaut und sind hungrig, aber erschöpft ins Zelt gefallen.
Jetzt, in Kroatien angekommen, geht es uns sehr gut und wir freuen uns auf alles, was vor uns liegt. Die Reise hat gerade erst begonnen.
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