19 Apr. Kroatien & Bosnien Herzegowina
Bärengebiete, viele aggressive Straßenhunde, „abwechslungsreiches“ Wetter & wunderschöne Landschaft.
Das vielleicht Wichtigste zuerst: Unser Kocher läuft wieder. Nach mehrmaligem Auseinanderbauen und gründlichem Reinigen funktioniert er endlich wieder zuverlässig und versorgt uns wieder regelmäßig mit unseren 500 g Nudeln.
Unterwegs gab es auch immer wieder unerwartete Einblicke in den Alltag vor Ort. Besonders hängen geblieben ist uns ein Boccia-Spiel irgendwo am Wegesrand: lokale Mannschaft, viele ältere Herren in Trikots, dazu Zigaretten und Bier – offenbar ein ganz normaler Nachmittag.
Ein landschaftliches Highlight war ein Tag entlang der Küstenberge – wirklich beeindruckend. Weniger ideal war dann allerdings unsere Schlafplatzwahl: Wir stellten unser Zelt auf einer Weide auf, auf der sich auch Wildpferde bewegten. Kaum stand alles, zog innerhalb von etwa 30 Minuten ein starker Windsturm auf. Die Entscheidung fiel schnell: Zelt im Dunkeln wieder abbauen und weiter. Also sind wir noch etwa anderthalb Stunden gefahren, um dem Wind zu entkommen, und lagen schließlich gegen Mitternacht ziemlich erschöpft im Schlafsack.
Da auch für die kommenden Tage starke Winde an der Küste vorhergesagt waren, haben wir unsere Route kurzerhand ins Inland verlegt und sind früher als geplant nach Bosnien und Herzegowina eingereist.
Dem Wind sind wir damit zwar entkommen, das Wetter blieb aber zunächst schwierig. Die ersten zwei Tage waren geprägt von Regen und wenn es nicht geregnet hat, lagen die Landschaften unter dichtem Nebel oder sogar Schnee. Wir sind durch Nationalparks gefahren, ohne wirklich etwas davon zu sehen. Die Stimmung im Wald war entsprechend kalt und etwas unwirklich.
Umso wichtiger war unsere erste feste Unterkunft: Zelt trocknen, Ausrüstung sortieren, selbst wieder aufwärmen. Danach ging es deutlich besser weiter und auch das Wetter zeigt sich langsam freundlicher.
Bosnien selbst hinterlässt bei uns einen starken Eindruck. Auffällig sind die vielen Hunde, die in Dörfern oft angekettet vor Häusern liegen und sehr aggressiv reagieren. Gleichzeitig begegnen uns immer wieder freilaufende Hunde, die bellend auf uns zulaufen. Daran gewöhnen wir uns gerade noch. Ebenso fällt auf, dass Müll vielerorts einfach in der Landschaft landet – ein funktionierendes Müllsystem scheint oft zu fehlen. Gleichzeitig erleben wir hier aber auch eine außergewöhnliche Gastfreundschaft: Menschen grüßen uns auf der Straße, Autos hupen und es wird gewunken, und sogar LKW-Fahrer halten an, um uns Wasser zu schenken.
Mit dem besseren Wetter zeigt sich nun auch die Landschaft von ihrer besten Seite: beeindruckende Berge, klare Flüsse, Seen und Stauseen. Wir ertappen uns ständig dabei, gemeinsam aus dem Staunen nicht mehr herauszukommen und hinter jeder Ecke erwartet uns etwas noch schöneres.
Zum ersten Mal haben wir auch die App WarmShowers genutzt – mit einer durchaus besonderen Erfahrung. Unser Gastgeber lebte an einem Ort ohne richtige Adresse, nur per Standort zu finden, was uns zunächst auf ein falsches Grundstück geführt hat. Am nächsten Morgen begann er direkt neben unserem Zelt, seine tote Katze zu verbrennen – ein Moment, der uns dann doch etwas zu viel war, sodass wir recht zügig weitergezogen sind.
Heute haben wir uns unseren ersten richtigen Pausentag genommen, die Stadt Mostar erkundet und die Zeit am Fluss in der Sonne verbracht.
Von hier aus geht es in den nächsten Tagen weiter Richtung Montenegro.
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